Agnes Kraus

Agnes Kraus

Die Berliner Volksschauspielerin erhält ihre künstlerische Ausbildung in den 20er Jahren bei Leopold Jessner am Staatstheater, der sie irrtümlicherweise als künftige Tragödin sieht. Ab 1936 ist sie in ersten kleinen Rollen an der Volksbühne unter Eugen Klöpfer zu sehen. Im zweiten Weltkrieg arbeitet sie dann bei den Kammerspielen in München, ehe sie die Bühne verlässt und zum Main-fränkischen Puppentheater wechselt. Dem Puppenspiel widmet sich Agnes Kraus fortan einige Jahre. Nach dem Krieg betreibt sie gemeinsam mit ihrer Schwester ein eigenes Puppentheater, tritt mit selbstgebastelten Puppen zu Veranstaltungen und in Schulen auf. Parallel dazu setzt sie ihre schauspielerische Laufbahn am Theater in Brandenburg fort. Später ist sie in Potsdam engagiert, wo sie als Darstellerin in Klassikern nur wenig Erfolg hat. Seit Mitte der 50er Jahre gehört sie langjährig zum Berliner Ensemble, kann hier ihre Wandelbarkeit unter Beweis stellen. Einen frühen Filmauftritt absolviert Agnes Kraus, damals unter dem Namen Irmgard Krause, bereits in den 30er Jahren: Für die Ufa-Produktion "Eskapade" (1936) steht sie erstmals vor der Kamera. Doch vergehen fast zwei Jahrzehnte bevor die Künstlerin wieder im Babelsberger Atelier tätig ist, anfangs kleine Parts in DEFA-Streifen übernimmt. Mit der Zeit werden ihre Aufgaben etwas größer, doch der letztendliche Durchbruch gelingt Agnes Kraus erst Ende der 60er Jahre auf dem Fernsehbildschirm. So kennen sie die Zuschauer aus heiteren Stoffen wie "Dolles Familienalbum" (TV-Serie, 1969) oder "Florentiner 73" (TV, 1972), in denen sie die Tante Minna bzw. die Mutter Klucke verkörpert. In den folgenden Jahren gestaltet sie immer wieder treffend solche Charaktere, die durch ihre gutmütig-resolute, schrullige Art, gepaart mit dem unnachahmlich quengeligen, lamentierenden Tonfall der Darstellerin zum "Berliner Original mit Herz und Schnauze" geraten und dem Publikum unvergessen bleiben. Ob als Gemeindeschwester Agnes oder Tierarztgattin Alma, ob als Mutter, Oma oder Tante begeistert Agnes Kraus die Menschen bis Mitte der 80er Jahre in einer Vielzahl von Komödien, Lustspielen und Schwänken, in denen sie durch ihr ungekünsteltes Spiel besticht. Schließlich zieht sich die populäre Künstlerin, die achtmal zum Fernsehliebling der "FF dabei" gewählt wird, aufgrund einer allergischen Erkrankung weitestgehend aus ihrem Beruf zurück. Ein letztes Mal gastiert sie 1993/94 am Berliner Ensemble. Anlässlich ihres 100. Geburtstages wird am 16. Februar 2011 der Agnes-Kraus-Weg in Berlin-Friedrichsfelde nach der Künstlerin benannt.

Teilen
Tweet
Email

Filme mit Agnes Kraus (77)

Aber Doktor (1980)

Agnes Obermann

Ein altes Modell (1976)

Brunos Frau Frieda

Heiße Spuren (1974)

Luise Weberlein

Unterm Birnbaum (1973)

Mutter Jeschken

Tapetenwechsel (1972)

Minna Schlurfke

Divided Heaven (1964)

Frau Meternagel

Midnight Revue (1962)

Störungsstelle

Das verhexte Fischerdorf (1962)

Sekretärin Frau Haschke

Professor Mamlock (1961)

Schwester Hedwig

Musterknaben (1959)

Alte Lehrerin

Die Mutter (1958)

Kupferablieferin

Die Millionen der Yvette (1956)

Frau Polizeipräsident Heim

Kein Hüsung (1954)

Dame Der Gesellschaft

Mehr Bilder von Agnes Kraus

Agnes Kraus
Agnes Kraus
Agnes Kraus

Gleichen Vornamen: Agnes

Gleichen Nachnamen: Kraus