François Weyergans

François Weyergans

Der Sohn eines belgischen Vaters und einer französischen Mutter wollte eigentlich Filmregisseur werden: 1961 geht er nach Paris an eine Filmhochschule. Dort schreibt er für das Magazin Cahiers du cinéma und dreht erste, meist dokumentarische Kurzfilme. In den Siebzigern entstehen die Spielfilme Maladie mortelle und Couleur chair (u. a. mit Dennis Hopper und Bianca Jagger). Weil der Erfolg ausbleibt, verlegt sich Weyergans auf das Schreiben: 1973 erscheint der satirische Roman Le pitre, die Aufbereitung einer Therapie beim berühmten Psychoanalytiker Jacques Lacan. Das Buch findet positive Resonanz im französischen Feuilleton und wird mit dem renommierten Prix Nimier ausgezeichnet. Mit seinen folgenden Romanen etabliert sich Weyergans als einer der herausragenden Stilisten der französischen Literatur. Sein spielerischer, selbstreflexiver und selbstironischer Erzählstil führt zu Vergleichen mit Laurence Sterne, Jean Paul, aber auch mit Woody Allen. 1997 erscheint der halb-autobiographische Roman Franz und François, der ihn auch einem größeren Publikum bekannt macht. 2005 erhält er für den Roman Trois jour chez ma mère den berühmtesten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt. Die Entscheidung sorgt für einige Kontroversen, weil ihn die Jury dem umstrittenen Roman La possibilité d'une île von Michel Houellebecq vorzieht. Weyergans bezeichnet sich selbst als „Cineasten, der keine Filme dreht“: „Ich ziehe den Roman als Ausdrucksmittel vor. Er ist genauer, subtiler und reichhaltiger als ein Film.“ Am 26. Juli 2009 wurde er in die Académie française gewählt. Er nahm den Fauteuil 32 am 16. Juni 2011 ein.

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